29.6.06

mitternachtsblau

das herz wird leicht wie ein vogel wenn das mitternachtsblau hinter den bunten giebeln der häuser leuchtet - die nacht webt einen pfauenblauen zauber oder ist er kosmosblau saphirblau königsblau nachtseidenblau hyazinthenblau samtblau? kein farbnamen scheint blau und leuchtend genug für diesen herrlichen nördlichen nachthimmel der blaue wunder verspricht es ist eben so ein zauberblau so ein leuchtendblau so ein traumblau und wir werden ein leben lang weiter suchen nach dem richtigen blau wort ... und werden vielleicht mit einem RGB 36 60 183 oder 31 54 168 oder 7 44 232 enden ...

Adieu Schweiz


die Küste hat mich wieder
ich grüße den samtblauen Nachthimmel
und nehme Abschied von den majestätischen Bergkronen

auch wenn`s mit dem Fussball erstmal vorbei ist
in Sachen Landschaftsidylle seid ihr unschlagbar!

27.6.06

traurige bäume

das war es wohl vorerst mit dem herrlichen herrlichen sommer ... abkühlung grauer himmel und die bäume singen ein trauriges lied ... selbst das blog klagt über mangelnde aufmerksamkeit ... wenigstens wieder wind

26.6.06

die schwüle kriech

die schwüle kriecht wie eine feuchte schnecke über den wall, der regen ist tropenwarm, der wind hält siesta irgendwo, die sonne knallt südheiß, und wir gehen langsam langsam um nicht ins schwitzen zu geraten und selbst die nächte blauen mild ... herrlicher ostseesommer für einmal ... auch wenn mir aus allen ecken klagen entgegenschlagen ... herrlicher herrlicher pommernsommer ...

23.6.06

Sakrileg

Kein schöner Abend. Dan Brown ist der schlampigen Recherche überführt. Mit Kenntnis und Witz von Dr. Jürgen Spieß, dem Leiter des Instituts für Glaube und Wissenschaft. Fakt oder Fiktion? „Sakrileg“ aus der Sicht eines Historikers. Der Objektivität der historischen Quellenforschung im vollen Hörsaal wurde volle Aufmerksamkeit zuteil. Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist. Stumm lauschende StudentInnen. Tja, wenn einer wirklich was Interessantes zu sagen hat und den Vortrag mit so trockenem Humor beginnt.... so wissen wir jetzt also alle, dass in den Qumran-Rollen das Wort Jesus nicht vorkommt, dass Konstantin keine Evangelien oder Briefe verbrannt hat und möglicherweise überzeugter Christ war, dass es keinen historisch fundierten Hinweis darauf gibt, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet oder sonstwie vereinigt war und dass er durch seine Küsse auf den Mund von Magdalena (und auch der Apostel) lediglich (gnostisches ?) Wissen oder Weisheit weitergegeben hat. Schade. Die andere Story – die von Dan Brown und seinen Vorbildern - war irgendwie besser.
Und wie meinte Herr Spieß: er sehe den Anfang / Vorspann des Romans, der Fakten und Wahrheit beschwört, als Teil der Fiktion. Und die ist immer spannender als die Wahrheit – das sagte nicht Spieß, das sage ich. Und was heißt schon Wahrheit ....

20.6.06

ausgebloggt?

dies ostseeblog bloggt vor sich hin, wenn es weiter so rumbloggt hat sich‘s bald ausgebloggt, s‘ist irgendwie schon reichlich abgebloggt, s’wird zeit dass eine/r das blog ein bisschen aufbloggt, das ist inzwischen ein krisenost(see)blog oder ein ost(see)krisenblog oder eine ost(see)blogkrise, will da nicht jemand anbloggen und sich einbloggen, damit das wieder vorwärtsbloggt hier, damit es wieder spontanbloggt und oftbloggt und vor allem kurzbloggt wer soll denn das alles lesen jedenfalls brauchen wir hier eine frischblogkur mal sehen wer sich erbloggt.

fußballfahnenhaft

draußen deutsche fahnen und besoffene gesänge und daniederliegende verskehrsschilder und tröten und autogehupe hat wohl mal wieder einer gewonnen lasst mich mal raten deutschland oder auch sonstwer ist mir egal und wenn sie nur schöner oder besser gar nicht singen würden. und keine deutschlandmützen trügen. und keine fahnen schwenkten. nicht einmal ein hanuta kann man essen ohne sich einen deutschen fußballer angucken zu müssen. das macht keinen appetit.

17.6.06

abgeschafft

Pommersches Blog-Manifest ;))

1.
Kategorien jeder Art werden ab sofort abgeschafft und durch persönliche Namen ersetzt und sofern kein Name bekannt ist: durch Mensch

2.
Subjektive Eindrücke jeder Art sind gestattet

3.
Subjektive Eindrücke dürfen geäußert werden und Kategorien dürfen dann verwendet werden, wenn sie durch Anführungszeichen oder sonstige Zeichen gekennzeichnet sind, die die Blogger-(Selbst)-Ironie, Humor u.ä. zum Ausdruck bringen.

4.
Die Objekte der Eindrücke der Subjekte dürfen sich angegriffen fühlen und dies kommentieren

5.
Die Ojekte der Eindrücke der Subjekte sind berechtigt ihre Eindrücke bezüglich dieser Subjekte im Blog kundzutun

6.
Objektivität ist nicht möglich. Wir versuchen's also erst gar nicht.

7.
Es wird festgestellt, dass auch kommunikative "(Ostvor)PommerInnen" existieren. Es wird weiterhin festgestellt, dass sie eingeladen sind, am Blog teilzunehmen

8.
Das Manifest ist als Entwurf zu betrachten kann bei Bedarf erweitert werden.

9.
Im übrigen gilt die Netiquette.

10.
Wer etwas zu kritisieren oder vorzuschlagen hat, möge sich in einem Kommentar äußern. Einwänden wird möglicherweise stattgegeben.

zurück ...

... im blog und aus görmin. wunderschöne taufe erlebt und auf dem weg zum event mal wieder festgestellt, wie schön die natur hier oben ist - die felder umrahmt von korn und mohn - und man ist so schnell in dieser allem gegenüber offenen natur.

der krasse gegensatz dazu - die verschlossenen ostvorpommeraner - warum könnt ihr nicht das gegenteil beweisen? jetzt regt der eingeborene sich völlig überflüssig über private eindrücke "langzeit-hier-wohnender" ortsfremder auf - veröffentlicht im netz für die daheim gebliebenen. jetzt fühlt sich der eingeborene persönlich angegriffen, obwohl ihn das gar nichts angeht, diese eindrücke subjektiv sind - und wir immer noch meinungsfreiheit in deutschland hochhalten (italien ist südlicher!!) und wenn man sich über das gästehaus der universität auslässt - dann ist das nicht oberflächlich, sondern berechtigt, denn dort können alle, die es nie erlebt haben die ddr erleben, wie sie ende der 70'er real in häusern (tapete, lichtschalter, GERUCH!!!) existierte. deja vú - dik lob ik mir.

also - ich plädiere für mehr gelassenheit - mehr offenheit. GELASSENHEIT IST DIE ANGENEHMSTE FORM DES SELBSTBEWUSSTSEINS.[marie von ebner-eschenbach] mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

14.6.06

deutschland

jetzt wird gehupt und gesungen und gepfiffen und im sprechchor "deutschland" gesungen und gegrölt auf der straße und tüchtig gas gegeben und wir sind wieder wer uns gehört der sieg, es ist, als habe man ihn persönlich errungen, deutschnational ist heut hipp und ich will nicht schon wieder von dieser übelkeit anfangen aber wie schön wärs wenn alle diese begeisterung sagen wir mal für poesie aufbringen könnten aber da ist nichts mit sieg und nichts mit siegerjubel ach lassen wir das und ich weiß nicht mal wie man diese trötendinger der schlachtenbummler nennt

pommernsommer

sommerliche hitze hatte sich nach pommern verirrt für ein paar tage: der bodden schon bebadbar, die zimmer und wohnungen heißkaumbewohnbar, nachts sterneguckendraußensitzen - und schon ist die nächtliche kühle zurück: zimmersitzenwieder.

schwarzrotgold

Live aus Greifswald. Der Marktplatz ist EIN Triumphschrei, die deutschen Fahnen wehen über dem Platz schwarzrotgold, in der 91.Minute, „die es offiziell überhaupt nicht gibt“, auf den Wangen der Gesichter schwarzrotgold, noch 20 sekunden, mancher steckt sich die Fahne schwarzrotgold an den Hut, der Marktplatz eine Fahnenwelle, eine Schreiwelle, ein schwarzrotgoldne Welle, jeder hat eine Bierflasche in der Hand, Großbildleinwand auf dem Greifswalder Marktplatz, der Marktplatz ist zum Bersten voll, das Fußball ist offensichtlich eine Sprache, die jede/r versteht außer mir, dieses stolze schwarzrotgoldne Wehen, diese sich über den Platz wälzenden Emotionsmassenwellen, aber wie ich höre aus dem Radio, befällt eine gewisse Übelkeit dabei nur die Intellektuellen, deshalb sei hier davon geschwiegen, hoffen wir, dass sie einigermaßen ruhig nachhause gehen, auch die Rasierten und Halbrasierten und Siegestrunkenen und die Biertrunkenen, die stolzen Deutschen, sie sind Deutschland, wir sind Deutschland, und vielleicht ist alles nur ein harmloses Vergnügen, ich bin nicht in die Nähe gegangen der tätowierten Glatzköpfe, ich habe nicht gehört, was gerufen wurde, und da waren auch all die harmlosen Studenten, seien wir also still, 1:0, mögen sie alle friedlich weiterfeiern schwarzrotgold

12.6.06

Zungenbrecher und Schüttelreime

Pflaster pflegen Pflaumenpflücker
Pferde pfundig Pfründe pflügen.

Kürzlich klingeln kluge Kunden
kratzen Katzen Kringelkurven

flinke Flitzer spucken Blitz
sprühen Spritzer auf die Spitzensitze

bei den Zwergen zwitschern Wiesel
winseln Würmer, zischen Wichtel
wackeln Ziegen Watschelwege
wickeln Wölfe Windelwesen.

Paul plaudert plätschernd
plötzliche Pauken blasen
Paulinchen blärrt pausenlos
und er ist die Ruhe los.


...uups die plötzliche Sommerhitze ist mir wohl zu Kopf gestiegen

1.6.06

nicht nur der pommernsommer - ich sitze in der ub - das kennt ihr ja inzwischen - habe die ub noch nicht verlassen - halte mich grade in der nähe der französischen surrealisten auf - tauche ein in die dernières nuits de paris, soupault in einer seiner angenehmeren erscheinungsweisen - hingegen le nègre, nun ja, nicht gerade angenehm zu lesen, vor allem nicht in der nächtlichen stille, erfrische mich zwischendurch mit dem schnee von pamuk obwohl natürlich diese kühle lektüre nicht unbedingt mein fall ihr wisst bescheid andererseits ist der winterschlaf noch nicht richtig abgeschlossen insofern - ein geheimnisvolles buch, faszinierend, fremd und als außenstehende das fürchte ich nicht wirklich zu verstehen ...
genug wenn das so weitergeht bleibe ich hier und lasse den sogenannten sommer draußen aus besucht mich mal in der ub carrel 33 bis bald ihr orchideen und zugvögel und bobolinas .... vielleicht solltet ihr lieber in den süden ziehen

zähneklappern

zähneklappern im
juni - da sträubt sich selbst
der pommernsommer